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<title>Swing-Jugend</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Swing-Jugend</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Swing-Jugend</b> war eine oppositionelle Jugendkultur und <a href="Generation_(Gesellschaft)" title="Generation (Gesellschaft)">Generation</a> in vielen deutschen Großstädten während der <a href="Zeit_des_Nationalsozialismus" title="Zeit des Nationalsozialismus">Zeit des Nationalsozialismus</a>, besonders in <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a>, <a href="Frankfurt_am_Main" title="Frankfurt am Main">Frankfurt</a> und <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a> – nach dem <a href="Anschluss_%C3%96sterreichs" title="Anschluss Österreichs">Anschluss Österreichs</a> 1938 auch dort sowie ab 1939 im <a href="Protektorat_B%C3%B6hmen_und_M%C3%A4hren" title="Protektorat Böhmen und Mähren">Protektorat Böhmen und Mähren</a>. Sie bestand aus <a href="Jugendlicher" title="Jugendlicher">Jugendlichen</a> zwischen 14 und 21 Jahren meist aus dem <a href="Mittelstand" title="Mittelstand">Mittelstand</a> und dem gehobenen <a href="B%C3%BCrgertum" title="Bürgertum">Bürgertum</a>, Gymnasiasten aus wohlhabenden Familien, aber auch aus <a href="Auszubildender" title="Auszubildender">Lehrlingen</a> und Schülern aus Arbeiterfamilien. Die <i>Swing-Jugend</i> suchte im amerikanisch-englischen Lebensstil, vor allem in der <a href="Swing_(Musikrichtung)" title="Swing (Musikrichtung)">Swing-Musik</a> und dem <a href="Swing_(Tanz)" title="Swing (Tanz)">Swing-Tanz</a>, eine autonome Ausdrucksmöglichkeit und Abgrenzung zum <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a>, hauptsächlich gegen die <a href="Hitlerjugend" title="Hitlerjugend">Hitlerjugend</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriff">Begriff</h2></div>
<p>Der Begriff <i>Swing-Jugend</i> stammt ursprünglich von nationalsozialistischen Strafverfolgungsbehörden zur Kennzeichnung von Jugendlichen, die ihre Begeisterung für amerikanische <a href="Swing_(Musikrichtung)" title="Swing (Musikrichtung)">Swing-Musik</a> offen zeigten.<sup id="cite_ref-:0_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Daneben existierten auch die Begriffe „Swings“ oder „Swingheinis“. Sie selbst gaben sich <a href="Spitzname" title="Spitzname">Spitznamen</a> wie „Swing-Boy“, „Swing-Girl“ oder „Old-Hot-Boy“. Eine abwertende Benennung in Deutschland war „Tangobubi“.
</p><p>Da sich die Swing-Kultur in allen von Deutschland besetzten Gebieten ausbreitete, kursierten länderspezifisch unterschiedliche Begriffe. Im besetzten Paris nannte man die Jugendlichen „Zazous“ und in Prag „potapki“.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Österreich war der Begriff <b>Schlurf</b> verbreitet, eine bis heute gebrauchte abwertende Bezeichnung für einen ungepflegten Mann mit Haaren, die im <a href="Nacken" title="Nacken">Nacken</a> bis zum Hemdkragen reichen. In Bezug auf die österreichische <i>Swing-Jugend</i> wurde dieses Schimpfwort allerdings wertneutral als Selbstbezeichnung verwendet.<sup id="cite_ref-:1_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-:1-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine Parallele in Stil und Ausdrucksformen gibt es ebenso zu den Zazous in Frankreich. Ähnliche Gegenbewegungen waren die <a href="Leipziger_Meuten" title="Leipziger Meuten">Leipziger Meuten</a> oder die <a href="Edelwei%C3%9Fpiraten" title="Edelweißpiraten">Edelweißpiraten</a>.
</p><p>Der tschechische Schriftsteller <a href="Josef_%C5%A0kvoreck%C3%BD" title="Josef Škvorecký">Josef Škvorecký</a> schreibt in mehreren seiner Bücher, u.&nbsp;a. in <a href="Eine_prima_Saison" title="Eine prima Saison">Eine prima Saison</a><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, über seine Jugend im damaligen <a href="Protektorat_B%C3%B6hmen_und_M%C3%A4hren" title="Protektorat Böhmen und Mähren">Protektorat Böhmen und Mähren</a> über eine ähnliche jugendliche Subkultur. Typisch in seinen Erzählungen sind Situationen von vor den Nazi-Behörden geheimgehaltenen Jazzkonzerten, Verhören, und Versuchen, Songtexte und Songtitel von Jazzklassikern vor der <a href="Zensur_(Informationskontrolle)" title="Zensur (Informationskontrolle)">Zensur</a> zu retten, indem man ihnen harmlose Titel oder auf dem Papier den Anschein von Volksliedern gab.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die <i>Swing-Jugend</i> ist ein zunächst im Hamburger Bildungs- und Großbürgertum auftretendes Phänomen. Die etwa 1.500 Anhänger<sup id="cite_ref-Hamburg_Lexikon_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hamburg_Lexikon-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> versuchten sich durch eine <a href="Gegenkultur" title="Gegenkultur">Gegenkultur</a> und auffällige, dem anglo-amerikanischen Stil nachempfundene Kleidung abzugrenzen, zunächst durch Treffen mit Swingmusik, v. a. im <a href="Alsterpavillon" title="Alsterpavillon">Alsterpavillon</a>, wo ein Swing-Konzert am 28. Februar 1942 aufgelöst, das Lokal danach geschlossen wurde und ab dem 25. Juni 1942 nur noch bis 17 Uhr öffnen durfte, um Abendveranstaltungen zu verhindern.<sup id="cite_ref-Hamburg_Lexikon_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hamburg_Lexikon-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie organisierten <a href="Tanz" title="Tanz">Tanzveranstaltungen</a> und engagierten <a href="Jazz" title="Jazz">Jazzbands</a>. Auf Swing-Hits dichteten sie Spottverse, in denen sie sich über Nazis, Soldaten und besonders über die unbeliebte Hitlerjugend lustig machten. Sie trugen englische Mäntel und Hüte, lasen ausländische Zeitungen und grüßten sich untereinander mit „Swing heil!“ statt mit „<a href="Hitlergru%C3%9F" title="Hitlergruß">Sieg Heil!</a>“. Die Swings hatten oft lange Haare, karierte Sakkos, Hut und Regenschirm und trafen sich in Cafés oder Clubs, um Swing zu hören, und nutzten <a href="Anglizismus" title="Anglizismus">Anglizismen</a>.
</p><p>Ab dem Kriegsjahr 1943, als die Oberschüler der Jahrgänge 1926 bis 1928 nacheinander als <a href="Luftwaffenhelfer" title="Luftwaffenhelfer">Luftwaffenhelfer</a> eingezogen wurden, bildeten sich auch in <a href="Flugabwehrkanone" title="Flugabwehrkanone">Flak</a>-<a href="Batterie_(Milit%C3%A4r)" title="Batterie (Militär)">Batterien</a> lose Gruppen von Swing-Fans. So bildete der <a href="Hamburger_Flakt%C3%BCrme#Flakturm_VI_in_Wilhelmsburg" title="Hamburger Flaktürme">Flakturm VI in Wilhelmsburg</a> den Treffpunkt der „Pfennigbande“, eine Gruppe Jugendlicher, die als Erkennungszeichen einen Pfennig mit dem herausgekratzten Hakenkreuz am Jackenaufschlag trugen.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Berlin war das nachts nur für <a href="Wehrmacht" title="Wehrmacht">Wehrmachts</a>­angehörige geöffnete Varieté <a href="Haus_Vaterland_(Berlin)" title="Haus Vaterland (Berlin)">Haus Vaterland</a> am Potsdamer Platz ein Geheimtipp für die Luftwaffenhelfer vom Flakturm Zoo, denn dort spielte das populäre Tanzorchester <a href="Kurt_Widmann_(Musiker)" title="Kurt Widmann (Musiker)">Kurt Widmann</a> in traditioneller Bigband-Besetzung amerikanischen Swing, der unter harmlos klingenden deutschen Titelnamen angesagt wurde. („<a href="In_the_Mood" title="In the Mood">In the mood</a>“ hieß „Gut aufgelegt“.)
</p><p>Auch in anderen Städten im <a href="Deutsches_Reich_1933_bis_1945" class="mw-redirect" title="Deutsches Reich 1933 bis 1945">Deutschen Reich</a> trafen sich Jugendliche, um Swingmusik zu hören und in anglo-amerikanisch angehauchter Kleidung tanzen zu gehen. Unter anderem gibt es eine wissenschaftliche Studie über die <i>Swing-Jugend</i> in Bremen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Wiener Schlurfs, die großteils aus den Arbeiterbezirken Wiens stammten, waren an Kleidung, Hut, <a href="Pomade" title="Pomade">pomadisierter</a> Haartracht, Vorliebe für amerikanische Musik samt zugehöriger Modetänze und die Bevorzugung bestimmter öffentlicher Plätze wie dem <a href="Wiener_Prater" title="Wiener Prater">Wiener Prater</a> als Treffpunkte erkennbar und fielen dadurch in der Öffentlichkeit auf.<sup id="cite_ref-:1_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-:1-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Hitlerjugend richtete einen Streifendienst ein, um gegen Schlurfs vorzugehen. Immer wieder kam es auch zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Schlurfs und Hitlerjugend, auch Heime der Hitlerjugend wurden angegriffen. Die Gestapo nahm immer wieder Jugendliche gefangen. Bestrafungen reichten vom Abrasieren der Haare über das Einsperren im Jugendarrest bis hin zur vorzeitigen Einziehung zur Wehrmacht.<sup id="cite_ref-:0_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Jugendkultur_auf_dem_Weg_zur_Opposition">Jugendkultur auf dem Weg zur Opposition</h3></div>
<p>Die Mitglieder der <i>Swing-Jugend</i> waren wie die <a href="Edelwei%C3%9Fpiraten" title="Edelweißpiraten">Edelweißpiraten</a> zunächst unpolitisch. Sie drückten ihren Widerspruch zum Nationalsozialismus durch <a href="Ziviler_Ungehorsam" title="Ziviler Ungehorsam">zivilen Ungehorsam</a> aus, indem sie offen eine andere als die nationalsozialistische <a href="Jugendkultur" title="Jugendkultur">Jugendkultur</a> lebten. Ohne dezidiert politisch-oppositionell eingestellt zu sein, wichen sie nur durch ihr Aussehen und Verhalten stark vom nationalsozialistischen Vorbild der <a href="Jugend" title="Jugend">Jugend</a> ab. Durch die forcierte gewalttätige Verfolgung der Swing-Cliquen durch die <a href="Geheime_Staatspolizei" title="Geheime Staatspolizei">Gestapo</a> und den <a href="HJ-Streifendienst" title="HJ-Streifendienst">HJ-Streifendienst</a> in Zusammenarbeit mit dem Oberschulrat und Senatsrat <a href="Albert_Henze_(Lehrer)" title="Albert Henze (Lehrer)">Albert Henze</a> politisierten sich ab 1940 Teile der <i>Swing-Jugend</i>.
</p><p>Die 1940 erlassene „Polizeiverordnung zum Schutze der Jugend“ verbot Jugendlichen unter 18 Jahren den Besuch „öffentlicher Tanzlustbarkeiten“. In der Folge veranstalteten die Swings vermehrt selbst private Partys mit Swing- und Jazzmusik.
</p><p>Am 18. August 1941 trat die „Sofort-Aktion gegen die Swing-Jugend“ in Kraft, so wurden über 300 Angehörige der <i>Swing-Jugend</i> verhaftet. Die Repressionen reichten vom Abschneiden der langen Haare über <a href="Schutzhaft" title="Schutzhaft">Schutzhaft</a> und Schulverweise bis zur Verhaftung angeblicher Rädelsführer und deren <a href="Deportation" title="Deportation">Deportation</a> in Konzentrationslager (in Hamburg etwa 40 bis 70)<sup id="cite_ref-Hamburg_Lexikon_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-Hamburg_Lexikon-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Die Verhaftungswelle hatte zur Folge, dass einige Swing-Jugendliche begannen, den Nationalsozialismus auch politisch abzulehnen. Sie verteilten beispielsweise regimekritische Flugblätter.
</p><p>Im Januar 1943 wurde <a href="G%C3%BCnter_Discher" class="mw-redirect" title="Günter Discher">Günter Discher</a> als „Rädelsführer“ der <i>Swing-Jugend</i> eingestuft und in das <a href="Jugendkonzentrationslager" title="Jugendkonzentrationslager">Jugendkonzentrationslager</a> <a href="KZ_Moringen" title="KZ Moringen">Moringen</a> eingewiesen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kontakt_zur_Weißen_Rose"><span id="Kontakt_zur_Wei.C3.9Fen_Rose"></span>Kontakt zur Weißen Rose</h3></div>
<p>Während der zunehmend schärferen Verfolgung kamen einige Swingboys mit dem Hamburger Zweig der <a href="Wei%C3%9Fe_Rose_Hamburg" title="Weiße Rose Hamburg">Weißen Rose</a> in Kontakt. Mitglieder der Weißen Rose sympathisierten teilweise mit dem Lebensstil der Swing-Jugend, insbesondere mit der Musikrichtung. Es bestand unter anderem eine persönliche Verbindung, da <a href="Bruno_Himpkamp" title="Bruno Himpkamp">Bruno Himpkamp</a> ein Nachhilfeschüler von <a href="Hans_Conrad_Leipelt" class="mw-redirect" title="Hans Conrad Leipelt">Hans Leipelt</a> gewesen war. Im Mai 1943 verstärkten sich die Kontakte durch gemeinsame Diskussionen und Planungen.
</p><p>Zu einer konkreten Zusammenarbeit kam es nicht, da eine erneute Verhaftungswelle gegen die Swingjugend einsetzte, während der auch Himpkamp und zwei seiner Freunde, Gerd Spitzbart und <a href="Thorsten_M%C3%BCller_(Journalist)" title="Thorsten Müller (Journalist)">Thorsten Müller</a>, festgenommen wurden.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese drei wurden über den Vorwurf der <i>Zersetzung der deutschen Jugend</i> hinaus wegen <a href="Hochverrat" title="Hochverrat">Hochverrats</a>, staatsfeindlicher <a href="Propaganda" title="Propaganda">Propaganda</a> und <a href="Wehrkraftzersetzung" title="Wehrkraftzersetzung">Wehrkraftzersetzung</a> vor dem <a href="Volksgerichtshof" title="Volksgerichtshof">Volksgerichtshof</a> angeklagt. Der Prozess fand am 19. April 1945 in Hamburg statt, während die englischen Truppen bereits nahe der Stadt waren. Vorgeführt werden konnte lediglich Thorsten Müller. Die Staatsanwaltschaft beantragte für ihn 10 Jahre <a href="Zuchthaus" title="Zuchthaus">Zuchthaus</a>, die Urteilsverkündung wurde vertagt und fand nie statt. Bruno Himpkamp und Gerd Spitzbart waren bereits am 12. April 1945 durch <a href="Chronologie_des_Zweiten_Weltkrieges#1945" title="Chronologie des Zweiten Weltkrieges">amerikanische Streitkräfte</a> im Landgerichtsgefängnis <a href="Stendal" title="Stendal">Stendal</a> befreit worden. Thorsten Müller wurde Ende Mai 1945, nach der Befreiung durch die englischen Besatzungstruppen, aus dem <a href="Untersuchungshaftanstalt_Hamburg" title="Untersuchungshaftanstalt Hamburg">Untersuchungsgefängnis Hamburg</a> entlassen.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zitate">Zitate</h2></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Die Angehörigen der Swing-Jugend stehen dem heutigen Deutschland und seiner Polizei, der Partei und ihren Gliederungen, der HJ, dem Arbeits- und Wehrdienst, samt dem Kriegsgeschehen ablehnend oder zumindest uninteressiert gegenüber. Sie empfinden die nationalsozialistischen Einrichtungen als einen ‚Massenzwang‘. Das große Geschehen der Zeit rührt sie nicht, im Gegenteil, sie schwärmen für alles, was nicht deutsch, sondern englisch ist. Dies gilt es mit aller uns zur Verfügung stehender Macht zu unterbinden.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Aus einem Bericht der <i>Reichsjugendführung</i><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></span></div></div>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Meines Erachtens muß jetzt das ganze Übel radikal ausgerottet werden. Ich bin dagegen, daß wir hier nur halbe Maßnahmen treffen. Alle Rädelsführer sind in ein Konzentrationslager einzuweisen. Dort muss die Jugend zunächst einmal Prügel bekommen und dann in schärfster Form zur Arbeit angehalten werden.“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <span class="Person h-card">Brief von Himmler an Heydrich am 26. Januar 1942<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></span></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Swing_tanzen_verboten_–_ein_Mythos?"><span id="Swing_tanzen_verboten_.E2.80.93_ein_Mythos.3F"></span><i>Swing tanzen verboten</i> – ein Mythos?</h2></div>

<p>Swingtanz-Verbote wurden ab 1937 „auf örtlicher oder regionaler Ebene verhängt“ und betrafen vor allem Tanzlokale, in denen regelmäßig Swing getanzt wurde. Ab 1938 waren rund um den Berliner Tanzpalast <a href="Moka_Efti" title="Moka Efti">Moka Efti</a>, wo das Orchester von <a href="Erhard_Bauschke" title="Erhard Bauschke">Erhard Bauschke</a> spielte, Schilder mit der Warnung aufgestellt, dass Swingtanzen verboten sei. „Kellner gingen gegen Zuwiderhandelnde höflich, aber entschieden vor.“ Diese Verbote kamen „in jedem Fall mit ausdrücklicher Unterstützung durch das Berliner Regime“; 1939 zogen die Wehrmacht und Parteiorgane nach.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der damals führende Swingmusiker <a href="Teddy_Stauffer" title="Teddy Stauffer">Teddy Stauffer</a> berichtete ebenfalls von Verboten, in den Tanzlokalen Swingmusik zu spielen.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dass verpflichtend in allen Gaststätten Schilder mit <i>Swing tanzen verboten</i> hingen, ist eine <a href="Moderne_Sagen" class="mw-redirect" title="Moderne Sagen">moderne Legende</a>. Die Schilder wurden in den 1970er Jahren als Marketinggag nachgeahmt und seitdem vertrieben.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zeitzeugen berichten auch davon, dass <i>linientreue</i> Gastronomen oder solche, die Ärger mit der <a href="Reichskulturkammer" title="Reichskulturkammer">Reichskulturkammer</a> oder der Gestapo vermeiden wollten, selbst solche Schilder anfertigten und aufhängten. Nach Kriegsbeginn 1939 wurden ohnehin öffentliche Tanzveranstaltungen zunehmend untersagt. Nach der deutschen Niederlage mit dem Untergang der 6. Armee in der <a href="Schlacht_von_Stalingrad" title="Schlacht von Stalingrad">Schlacht von Stalingrad</a> vom Februar 1943 musste das vom Reichsinnenminister und <a href="Reichsf%C3%BChrer_SS" title="Reichsführer SS">SS-Führer</a> <a href="Heinrich_Himmler" title="Heinrich Himmler">Heinrich Himmler</a> erlassene allgemeine <a href="Tanzverbot#Geschichtlicher_Hintergrund" title="Tanzverbot">Tanzverbot</a> strikt befolgt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Film">Film</h2></div>
<p>Das Thema wurde auch in den Filmen <i><a href="Swing_Kids_(1993)" title="Swing Kids (1993)">Swing Kids</a></i> (USA 1993) und <i>Schlurf – Im Swing gegen den Gleichschritt</i> (Österreich 2007) dargestellt. In der Folge „Wehrkraftzersetzung“ der Fernsehserie <i><a href="L%C3%B6wengrube_(Fernsehserie)" title="Löwengrube (Fernsehserie)">Löwengrube</a></i> geht es um Angehörige der <i>Swing-Jugend</i>, die sich 1940 der Einberufung in die Wehrmacht entziehen wollen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Musical">Musical</h2></div>
<p>Das Musical <i>Swinging St. Pauli</i> nimmt die Thematik auf. Es spielt 1941 in einer Hamburger Bar. Ebenso setzt sich das 2003 uraufgeführte Musical <i>„Swing Time! Wir tanzen weiter“</i> mit der Thematik auseinander.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ähnliche_Gruppierungen"><span id=".C3.84hnliche_Gruppierungen"></span>Ähnliche Gruppierungen</h2></div>
<ul><li><a href="Edelwei%C3%9Fpiraten" title="Edelweißpiraten">Edelweißpiraten</a></li>
<li><a href="Leipziger_Meuten" title="Leipziger Meuten">Leipziger Meuten</a></li>
<li><a href="Schwarze_Scharen" title="Schwarze Scharen">Schwarze Scharen</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Alenka Barber-Kersovan, Gordon Uhlmann (Hrsg.): <i>Getanzte Freiheit. Swingkultur zwischen NS-Diktatur und Gegenwart.</i> Hamburg 2002, ISBN 3-935549-05-9 (im Auftrag des Landesmusikrates Hamburg und der Hamburgischen Kulturstiftung).</li>
<li>Otto Bender, Heiko Haupt: <i>Swing unterm Hakenkreuz, Hamburg 1933 bis 1945</i>. 1993, ISBN 3-7672-1168-8.</li>
<li>Wolfgang Beyer, Monica Ladurner: <i>Im Swing gegen den Gleichschritt. Die Jugend, der Jazz und die Nazis.</i> Residenz Verlag, Salzburg 2011.</li>
<li>Wilfried Breyvogel (Hrsg.): <i>Piraten, Swings und Junge Garde. Jugendwiderstand im Nationalsozialismus.</i> J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 1991.</li>
<li>Christian Gerbel, Alexander Mejstrik, <a href="Reinhard_Sieder" title="Reinhard Sieder">Reinhard Sieder</a>: <i>Die „Schlurfs“. Verweigerung und Opposition von Wiener Arbeiterjugendlichen im „Dritten Reich“</i>. In: Ernst Hanisch u.&nbsp;a. (Hrsg.): <i>NS-Herrschaft in Österreich. Ein Handbuch</i>. Wien 2000, S. 523–548.</li>
<li>Jens Kolata: <i>Zwischen Sozialdisziplinierung und „Rassenhygiene“. Die Verfolgung von „Asozialen“, „Arbeitsscheuen“, „Swingjugend“ und Sinti.</i> In: Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): <i>Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern.</i> Stuttgart 2013, ISBN 978-3-89657-138-0, S. 321–337.</li>
<li>Jan Kurz: <i>Swinging Democracy. Jugendprotest im 3. Reich.</i> In: <i>Geschichte der Jugend.</i> Bd. 21. Lit, Münster 1995.</li>
<li>Sascha Lange: <i>Meuten, Swings &amp; Edelweißpiraten. Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus</i>, Ventil Verlag, 2015, ISBN 978-3-95575-039-8.</li>
<li>Bettina Leder: <i>Lauingers. Eine Familiengeschichte aus Deutschland.</i> Hentrich und Hentrich, Berlin 2015, ISBN 978-3-95565-080-3 (= <i>Jüdische Memoiren</i>, Band 26; über Artur Lauringer und seinen Sohn Wolfgang).<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a href="Bernd_Polster" title="Bernd Polster">Bernd Polster</a>, Astrid Eichstedt: <i>Wie die Wilden. Tänze auf der Höhe ihrer Zeit.</i> Rotbuch, Berlin 1985, ISBN 3-88022-709-8.</li>
<li>Bernd Polster (Hrsg.): <i>Swing Heil! Jazz im Nationalsozialismus.</i> Transit, Berlin 1989, ISBN 3-88747-050-8.</li>
<li>Fred K. Prieberg: <i>Musik im NS-Staat.</i> Fischer, Frankfurt am Main 1982, ISBN 978-3-920862-66-8 (wichtige Korrespondenzen).</li>
<li>Kerstin Rathgeb: <i>Helden wider Willen. Frankfurter Swing-Jugend – Verfolgung und Idealisierung.</i> Westfälisches Dampfboot, Münster 2001, ISBN 3-89691-705-6.</li>
<li><a href="Uwe_Storjohann" title="Uwe Storjohann">Uwe Storjohann</a>: <i>‹Hauptsache: Überleben›: eine Jugend im Krieg 1936 - 1945</i>, Dölling und Galitz, Hamburg 1993.</li>
<li>Anton Tantner: <i>„Schlurfs“ – Annäherungen an einen subkulturellen Stil Wiener Arbeiterjugendlicher.</i> Diplomarbeit an der Universität Wien: Institut für Zeitgeschichte, 1993; Lulu, Morrisville 2007, ISBN 978-1-84753-063-9; (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://tantner.net/schlurfs/schlurfs.html">E-Text und weitere Veröffentlichungen</a>).</li>
<li>Jörg Überall: <i>Swing Kids.</i> Archiv der Jugendkulturen, Berlin 2004, ISBN 978-3-943774-21-4.</li>
<li>Joseph Wulf: <i>Kultur im Dritten Reich. Musik.</i> Ullstein, Berlin 1989.</li>
<li><a href="Mike_Zwerin" title="Mike Zwerin">Mike Zwerin</a>: <i>La tristesse de Saint-Louis, Swing unter den Nazis.</i> Hannibal, Wien 1988, ISBN 3-85445-039-7.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
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<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.it-must-schwing.de/de/zeitgeschichte">it-must-schwing.de Tanzkultur in der Zeit des Nationalsozialismus</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.return2style.de/swheinis.htm">Die Swing-Jugend</a> Ausführlicher Überblick mit umfangreichem <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.return2style.de/quellen.htm">Quellenverzeichnis</a> von Swingstyle.de</li>
<li>Andreas Merighi: <cite style="font-style:italic">Wandel des Musikgeschmacks der österreichischen Jugend von 1900 bis 1950. Diplomarbeit</cite>. GRIN, 2004, ISBN 3-638-68520-9 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=M9-7wOZ91zwC&amp;pg=PA119&amp;q=Swings+Schlurf#v=onepage">Volltext</a> in der Google-Buchsuche).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Swing-Jugend&amp;rft.au=Andreas+Merighi&amp;rft.btitle=Wandel+des+Musikgeschmacks+der+%C3%B6sterreichischen+Jugend+von+1900+bis+1950.+Diplomarbeit&amp;rft.date=2004&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3638685209&amp;rft.pub=GRIN" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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